Was Du als Bewerber mit einem Schauspieler gemeinsam hast.

Im Artikel lernst Du:

  1. was der größte Fehler im Anschreiben ist
  2. was Bewerben mit einem Casting für Schauspieler gemein hat

 

Der größte Fehler im Anschreiben

 Wenn Du jetzt Deine Stellenanzeigen rausgesucht hast, haben wir eine Herausforderung. Du bist ja vermutlich nicht die einzige Person, die sich auf die Stelle bewirbt, oder? Hoffentlich nicht. Sonst wäre irgendwas faul. Deine Bewerbung ringt also mit allen anderen um die begrenzte Aufmerksamkeit der Personalerin.

Stell Dir mal vor, du bist die Entscheiderin. Du hast 50 Mappen vor Dir liegen. Wie lange nimmst Du Dir dann Zeit für eine Bewerbung? Sagen wir mal im Schnitt 3 Minuten. Der Bewerber ist aber vielleicht 30 Jahre alt. Dann ist seit seiner Geburt bis heute eine Menge passiert. Der war in der Schule, im Studium, im Ausland, im Praktikum, in den ersten Nebenjobs. Das heißt, der muss 1 Lebensjahrzehnt in 1 Minute packen. Das ist ganz schön sportlich.

Der Bewerber will natürlich nichts auslassen, weil ja alles wichtig ist – aus seiner Sicht. Was ist also der größte Fehler, den viele Bewerber machen? Weil wir nichts weglassen wollen, verallgemeinern sie ursprünglich spannnende Einzelerlebnisse zu Nebelwolken, die jeder schreibt: „Ich bin zielstrebig, ehrgeizig, teamfähig, hochmotiviert“ und so weiter. Du verstehst die Idee. Als Personalerin fühlst Du Dich dabei wie im Nebel. Selbst, wenn es relevant wäre, kannst Du es nicht erkennen. Das ist der größte Fehler im Anschreiben: Der sogenannte „Fluch des Wissens“.

Der Bewerber weiß alles über sich, also schreibt er hin: ich bin zielstrebig, ehrgeizig, teamfähig, weil er damit all die Einzelerlebnisse verbindet. Du als Personalerin kennst die Details aber nicht. Für Dich sieht der Bewerber nur genauso grau aus, wie all die anderen auch.

Als Personalerin hast Du da ein Problem. Du willst eine gute Entscheidung treffen, sonst rollt irgendwann Dein eigener Kopf, aber die Bewerber machen es Dir schwer. Also bist Du bereit, jeden zu belohnen, der sich vom Einheitsgrau abhebt. Also binden wir Dir jetzt mal einen leuchtend roten Schal um, der genau das tut.

Bewerben ist wie ein Casting für Schauspieler

Stell Dir vor, Du seist Regisseur und möchtest den Film Fluch der Karibik drehen. Dafür brauchst Du noch einen passenden Schauspieler für die Hauptrolle – einen, der einen schwulen Piraten spielen kann. Wie gehst Du vor?

Du suchst jemanden, der schon etwas Ähnliches gemacht hat in der Vergangenheit, denn nur der kann das vermutlich auch in Zukunft.

Robert de Niro könnte es nicht sein. Zu alt und zu seriös. Leonardo DiCaprio? Zu jung. Ah! Johnny Depp. Hat der nicht als Edward mit den Scherenhänden und Willy Wonka aus der Schokoladenfabrik schon verrückte Rollen gespielt? Dort hat er doch bewiesen, dass er das gut kann - das passt perfekt!

Genauso urteilt die Personalerin auch anhand Deiner früheren Rollen im Leben, ob Du die künftige Rolle auf der Bühne des Unternehmens übernehmen kannst. Also gehe im Detail auf Erfolge ein, die Du in vergleichbaren Rollen früher schon erreicht hast. Wenn Du das nicht tust, dann erinnerst Du eher an einen Laienschauspieler aus dem Reality-TV. Damit steigerst Du das Vertrauen, dass Du in Zukunft wieder erfolgreich sein wirst.

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